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Historisches

Lassen wir die Kirche im Dorf

Die ältesten Gebäude in unseren Dörfern sind zumeist Kirchen. Solange es unsere Dörfer gibt, haben auch Christen ihre Geschichte und den Alltag der Menschen bestimmt. Seit dem Tag, an dem die Kirchen erbaut wurden, haben sie das Bild der Dörfer geprägt und sind ihre geistliche Mitte gewesen.

Wenn sich eine Gruppe von Menschen versammeln will, benötigt sie einen Raum oder ein Haus. Einst versammelte sich die christliche Gemeinde - so berichtet die Bibel - "hin und her in den Häusern". Als die Gemeinden größer wurden, genügten diese kleinen Räume nicht mehr. Man baute Häuser, "die dem Herrn Jesus Christus gehören", in Griechisch, der Ursprache der Bibel "kyriake". Von diesem Wort stammt unser deutsches Lehnwort "Kirche".

Bild der Groß Kreutzer Kirche vor 1930
Kirche Groß Kreutz vor 1930

Die Gemeinden legten großen Wert darauf, ein würdiges Gotteshaus zu besitzen. Sie scheuten weder Geld noch andere Opfer, um einen würdigen Versammlungsraum, eine würdige Kirche ihr Eigen zu nennen: zum Singen und Beten, Predigen und Hören, für Gottesdienste, Tauf- und Abendmahlsfeiern. Das Gotteshaus wurde zumeist in der Mitte des Ortes errichtet. Es sollte ein Bekenntnis zum Herrn sein und als "Herrenhaus" auf den wahren Herrn dieser Welt hinweisen. Unsere Kirchen wollen Ausdruck des Bekenntnisses zum lebendigen Gott sein, zu dem Herrn, bei dem wir uns geborgen wissen dürfen in Zeit und Ewigkeit. Das auffälligste äußere Kennzeichen einer Kirche ist ihr Turm. Ihn sehen wir schon von weitem. Der Turm ragt wie ein ausgestreckter Zeigefinger in den Himmel und macht auf die Kirche und den Herrn der Kirche aufmerksam: "Der Herr ist unser Gott!"

Über die Anfänge unserer Dorfkirchen wissen wir meist wenig. Sie wurden oft wehrhaft gebaut. In der Anfangszeit wurden sie nicht nur für Versammlungen der Gemeinde genutzt, sondern boten den Menschen auch Schutz vor Angriffen. Im Laufe der Jahrhunderte vergrößerte man die Kirchen oder ersetzte sie durch einen Neubau, wie z.B. in Bochow. Die Kernbotschaft des christlichen Glaubens zeigt ein Wort aus der Bibel auf:

"So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben." Johannes 3,16

Ein Schwarzweißbild vom Altar in der Kirche Groß Kreutz; aufgenommen vor 1930
Der Altar vor 1930
Auf dem Bild ist das Groß Kreutzer Pfarrhaus zu sehen. Die Aufnahme stammt von 1898
Das Pfarrhaus in Groß Kreutz, Aufnahme von 1898

Über die Anfänge unserer Dorfkirche wissen wir wenig. Sie wurde wehrhaft gebaut. Im Laufe der Jahrhunderte vergrößerte man die Kirche. Ein Gang um die Kirche lässt uns verschiedene Bauetappen entdecken. So kann man deutlich am Ostgiebel die Vergrößerung der Apsis sehen und eine Gruppe von drei frühgotischen Fenstern. Ursprünglich war die Kirche Maria, der Mutter Jesu, geweiht.

Der erste evangelische Pfarrer in Groß Kreutz war Laurentius Schulte. Er kam 1526 hierher. Mit Pfarrer Mews hat die Kirchengemeinde ihren 24. evangelischen Pfarrer. Kirchliche Visitationsakten berichten 1540, dass der Pfarrer damals "ein Wohnhaus mit drei Hufen, Wiesen, zwei Gärten, Holzung, Kornpacht, Fleischzehnt, etc." hatte.

Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche nach Osten erweitert. Das heutige Bild der Kirche wurde besonders in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts geprägt. Damals ist das Gebäude nach Norden und Süden kreuzförmig erweitert worden. Der Fachwerkturm war durch einen Blitzschlag stark beschädigt, wurde deshalb massiv erneuert und mit einem Schieferdach versehen. Die Spitze krönt eine neu vergoldete Kugel mit einer Wetterfahne.

Von Westen betritt man die Kirche und kommt durch einen Vorraum in den Gottesdienstraum. Der Blick fällt sofort auf den prächtigen Kanzelaltar aus dem Jahre 1722. Dieser wurde vom damaligen Patron Adam von Hake gestiftet. Der Altar ist der geistliche Mittelpunkt einer jeden Kirche. Die Gemeinde, die sich nach Jesus Christus nennt, lebt von und mit ihrem Herrn. Im Altar haben wir einen Ort, an dem die christliche Gemeinde die Gegenwart ihres Herrn verehrt. Der Altar ist der Hinweis auf den lebendigen Christus. Hier empfängt die Gemeinde Brot und Wein, hier begegnet sie ihrem Herrn. Wie der Altar die Mitte unserer Kirche ist, so ist Jesus Christus die Mitte der Gemeinde, die sich um ihn versammelt.

Die Gestaltung des Innenraumes geht wesentlich auf das 18. Jahrhundert zurück. Im Kirchenschiff und in den Kreuzarmen steht die hölzerne Empore von 1775 auf toskanischen Säulen. An der Emporenbrüstung ist eine schöne Bauernmalerei mit Blumen zu sehen.

Der Altar hat korinthische Doppelsäulen, seitlich Akanthuswangen; auf dem Schalldeckel sitzen musizierende Engel, gruppiert um einen hellen Strahlenkranz mit dem symbolischen Gottesauge. Auf dem Kanzelkorb ist ein Kreuzigungsbildnis zu sehen. Die im Altarraum stehende hölzerne Taufe stammt aus dem Jahre 1815. Gusseiserne neugotische Chorschranken trennen Altarraum und Kirchenschiff.

Gegenüber steht auf der Empore die Orgel. Sie wurde 1800 nach dem Zerfall der alten von Orgelbaumeister Marx aus Berlin gebaut. Auf der Südempore ist eine Truhe aus Holz von 1756 zu sehen, sowie neun Ölbildnisse der Patronatsfamilien von Hake und von Arnstedt. Im Turmobergeschoss sind sechs gusseiserne Gedenktafeln aus dem 19. Jahrhundert zu besichtigen. Dort steht auch das mechanische Werk der alten Kirchturmuhr. Inzwischen ist die alte Uhr durch eine moderne wartungsfreie Funkuhr ersetzt worden. Noch weiter oben im Turm hängen zwei Glocken, die eine gegossen 1409, die andere 1500. Die Glocken läuten zum Gottesdienst, mittags und abends und zeigen mit ihrem Schlag die Uhrzeit an.

Auf dem Kirchhof ist der 1939 nach Großbritannien emigrierte deutsche Diplomat Wolfgang Gans Edler Herr zu Putlitz beigesetzt.

In den Jahren 1992 bis 1996 ist die Kirche völlig saniert und renoviert worden. Das war sehr nötig, denn die Kirche befand sich in einem schlechten baulichen Zustand. Die Kirchengemeinde ist sehr dankbar, dass sich ihr Gotteshaus wieder in einem schönen und erfreulichen Zustand befindet, so schön, wie schon lange nicht mehr.

Sehenswert ist im Dorf weiterhin besonders das alte Herrenhaus, im Volksmund "Klein-Sanssouci" genannt. Das Herrenhaus gehörte bis zur Vertreibung 1945 der Familie von der Marwitz. In unserer Kirche hängen mehrere Ölgemälde, die Patronatsangehörige zeigen.

Bild der Kirche in Derwitz
Derwitzer Kirche heute

Der alte Dorfkern von Derwitz ist ein Angerdorf. Die beiden Anger gibt es heute nicht mehr. In der Feldmark wurden eisenzeitliche Urnengräber gefunden. Scherbenfunde lassen auf eine deutsche Gründung im 12./13. Jahrhundert schließen. 1348 wird ein Bürger „Nicolaus Bodeker (der Böttcher) de Derwis“ in Brandenburg erwähnt. Der Ort wird urkundlich das erste Mal 1371 genannt. Damals verkaufte Albrecht IV., Graf von Lindow-Ruppin, das Dorf an das Kloster Lehnin. Dazu gehörten 40 Hufen, von denen zwei der Pfarrer besaß. 1375 gab es 16 Kossäthen und einen Dorfkrug.

Kirchlichen Visitationsakten von 1540 kann man entnehmen, „dass der Pfarrer ein Haus nebst Garten besaß, den Kornzehnt, Betwachs und Fleischzehnt erhob, dass die Kirche etwas Land besaß und dass zur Pfarre die Kirche zu Kriele als Filial gehörte“. Nach der Reformation wurden sämtliche Klostergüter vom Kurfürsten eingezogen.

Die Kirche ist ein mittelalterlicher Feldsteinbau mit reich gegliedertem Blendengiebel aus Backstein aus der Zeit um 1500. Zur Ausstattung der Kirche gehören der schöne Kanzelaltar mit reichem Akanthuswerk, signiert von G.K.1716 und die Orgel mit Empore aus dem zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts. Bei Sanierungsarbeiten wurde 1976 im Turmknopf eine Schrift gefunden.

Bald nach der Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Berlin – Magdeburg im Jahr 1846 wird der Postkutschenverkehr durch Derwitz eingestellt.

Zwischen Derwitz und Krielow machte Otto Lilienthal 1891 seine ersten Flugversuche. Beide Orte nehmen für sich in Anspruch, den ersten Flugplatz der Welt zu haben.

1910 bezeichnete man Derwitz als „Goldene Aue“. Geringer Wohlstand hat sich eingestellt. Nach dem 2. Weltkrieg nimmt die Einwohnerzahl durch die Flüchtlinge aus dem Osten beträchtlich zu.

Zu Pfingsten 1951 war Bischof Dr. Otto Dibelius in der Kirchengemeinde Derwitz zu Besuch.

Innenraum der Kirche in Krielow. Bild aufgenommen vor 1960
Die Kirche vor 1960

Der Dorfkern von Krielow ist ein kurzes Straßendorf. Es ist von Moorniederungen umgeben. Westlich des Dorfes und am Spitzen Berg wurden steinzeitliche Grabfunde entdeckt. Eine slawische Siedlung fand man nordöstlich von Krielow. Ein ausgedehntes Urnengräberfeld erstreckt sich am Weinberg. Schon 1248 wurde Krielow erwähnt.

Nördlich des Dorfes liegt ein kleiner Burgwall aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Er hat einen Durchmesser von 25 Metern. Es war vermutlich der ehemalige Schulzensitz, denn von einem Adligen wird nichts erwähnt, als die Markgrafen 1248 das Dorf dem Kloster Lehnin überließen. Im Landbuch Kaiser Karls von 1375 werden sieben Kossäthen, ein Krug, eine Windmühle und ein See erwähnt. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden fast alle Bauernhöfe zerstört. 1796 zog ein Brand das halbe Dorf arg in Mitleidenschaft. Deshalb gibt es in Krielow auch nur wenige Gebäude mit historischem Charakter.

Die Kirche ist ein schlichter Putzbau aus dem 18. Jahrhundert. Sie war in einem schlechten Zustand. Ihr Abriss wurde erwogen. Dazu kam es jedoch nicht, denn sie wurde 1964 umfassend wieder hergestellt. In ihr kann man einen bäuerlichen Kanzelaltar bewundern. Die Bilder der Altarretabel sind vom Beginn des 18. Jahrhunderts. Im Jahr 2003 hat die Kirche eine elektrische Funkuhr erhalten.

Auf dem Spitzen Berg machte Otto Lilienthal 1891 seine ersten Flugversuche. Teile des Berges fielen der Kiesgewinnung für den Eisenbahn- und später für den Autobahnbau zum Opfer.

Ein Kupferstich der Kirche und des Pfarrhauses in Schmergow
Die Kirche und das alte Pfarrhaus

Schmergow liegt in der Nähe des 69 Meter hohen Trebelberges. Seit der Steinzeit siedelten hier Menschen. Archäologische Funde sind von der Mittelsteinzeit bis in die frühdeutsche Zeit aus der Feldmark bekannt. Aus der Slawenzeit wurden Gräber mit Beigaben gefunden. Im Jahre 1217 wurde der Domherr „Heinricus de Smergowe“, wohl aus der Familie der örtlichen Lehnsträger, in Brandenburg als Zeuge genannt. Knapp einhundert Jahre später verkaufte der Markgraf von Brandenburg das Dorf an das Kloster Lehnin. Im 15. Jahrhundert hatte Schmergow unter den Raubzügen der Quitzows zu leiden.

Zum Beginn des 17. Jahrhunderts siedelten in Schmergow der Lehnschulze, der den Dorfkrug besaß und 11 Bauern, acht Kossäthen, ein Schmied, ein Windmüller sowie zwei Hirten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stach man in Schmergow Ton. Ein Teil der Bewohner fand in den Ziegeleien Beschäftigung. Geht man heute durch den Ort, so wird das Bild des Ortes durch eingeschossige Wohnhäuser und alte Bäume bestimmt.

Von der mittelalterlichen Feldsteinkirche ist bis heute nur der quadratische Westturm erhalten geblieben. Der Kirchensaal mit seinen hohen Fenstern stammt aus dem Jahre 1744 und birgt eine Ausstattung aus dem 18. und 19. Jahrhundert in sich. Unter der Empore ist eine Winterkirche eingebaut. An zwei Fassaden stehen alte Grabsteine, von denen besonders die Pastorengrabmale beeindrucken.

Schwarzweißbild vom Altar, datiert vor 1950
Der Altar vor 1950

Der Ort liegt südlich von Groß Kreutz inmitten von großen Apfelplantagen. Das Dorf ist in den Jahren nach der Wende schön und attraktiv geworden. Bauernhöfe aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts umgeben den Anger in der Mitte des Dorfes. Daneben steht die neoromanische Dorfkirche. Der Feldsteinbau mit Backsteingliederung und eingezogenem Westturm aus Backstein wurde in den Jahren 1861/62 errichtet und entstammt der Schule des Architekten Friedrich August Stüler.

Südlich von Bochow fand man eisenzeitliche Urnengräber und eine Siedlung aus der gleichen Zeit. Im Jahre 1275 verkauften die brandenburgischen Markgrafen Bochow an das Kloster Lehnin. Einhundert Jahre später hat das Dorf die stattliche Größe von 55 Hufen.

Der Dreißigjährige Krieg entvölkerte den Ort. Es dauerte bis ins 18. Jahrhundert, bis die Höfe im Dorf wieder besetzt waren. Auch zwei Schweizer Reformierte siedelten sich an. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden mehrere Siedlungen um Bochow herum: Bochow-Bruch, Neu-Bochow und Bochow-Ausbau.

1990 wurde die Pfarrstelle Bochow aufgelöst. Der letzte Stelleninhaber war Pfarrer Walter Krüger. Er starb 2004 im Alter von 80 Jahren. 40 Jahre war er Pfarrer in Bochow.